Ein Film der Cohen-Brueder. Zeitgleich gedreht mit “No Country for Old Men”. Ungefaehr genauso viele Tote pro Viertelstunde, doch insgesamt kuerzer und deshalb kommen eben auch absolut gesehen weniger Personen um. Das macht den Film leichter, aber nicht nur das. Dank CIA werden die Toten ent-sorgt. Ja, worum geht es denn ueberhaupt? Ist das wichtig fuer einen Cohen-Film?! Erzaehlen Cohen-Filme eine Geschichte?
CIA Superior: What did we learn?
CIA Officer: Uh…
CIA Superior: Not to do it again.
[pause]
CIA Superior: I don’t know what the fuck it is we *did*, but…
Und ueberhaupt geht es doch eigentlich um etwas anderes. Z.B. darum, dass die Frauen arbeiten und die Maenner denken, sie wuerden auch arbeiten. Die Frauen haben richtige Berufe, Jobs, die man oeffentlich einsehen kann, z.B. Aerztin (Tilda Swinton) oder Kinderbuchautorin auf Lesereise oder Angestellte in einem Fitnesscenter (Frances McDormand). Die Maenner: alle irgendwie undercover (u.a. John Malkovich, George Clooney). Und ganz unglaublich ihrem Leben ausgeliefert. Die Frauen sind da anders, stellen fest, dass ihnen etwas nicht passt und ergreifen die Initiative, lassen nicht locker, bis irgendetwas passiert. Sie haben eine ungeahnte Wirkung auf das Leben um sie herum.
Apropos Wirkung, die Charaktere dieses Films lassen sich nicht nur nach Geschlechtern gruppieren, sondern auch nach mehr oder weniger Intelligenz. (Das passt dann auch gut zur Central Intelligence Agency.) Bratt Pitt, der blonde Filmschwarm, spielt hier diesen strohdummen Fitnesstrainer und verliert damit seine ganze Anziehungskraft. Wenn im Hirn nicht viel mehr vorgeht als ein paar Technorhythmen, dann strahlt das nach aussen. Nuetzt alles nichts. Das fand ich erfrischend. Dass Intelligenz schoener machen kann.
Burn After Reading. Drehbuch und Regie: Ethan and Joel Cohen. Weltpremiere am 27. August 2008, Internationale Filmfestspiele Venedig (Italien). Gesehen am 3. Oktober in The Nickelodeon Theatre, 210 Lincoln Street, Santa Cruz, CA 95060. Tel: 1-831-426-7500. Seit dem 2. Oktober auch in den deutschen Kinos unter dem Titel: “Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?”. Unbedingt bis zum Abspann bleiben, denn dann wird endlich das Lied zum Film gespielt: “CIA man” von “The Fugs” (1985).
[ Internet Movie Database ]
[ Vorschau im Originalton ]
[ Vorschau deutsch synchronisiert ]
[ The Fugs: CIA man ]
[ The Nickelodeon Theatre ]