Was ich esse: Tomatensuppe

Man nehme (fuer 2 Personen):
2 grosse Heirloom-Tomaten (ca. 1 amerikanisches Pfund)
1 halbe rote Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
Olivenoel zum Anbraten
Olivenoel zum hinterher Hineintraeufeln
Salz und Pfeffer
passenden Wein zum Dazutrinken

Zwiebel und Knoblauch in duenne Scheiben schneiden und in einem Suppentoepfchen auf kleiner Hitze in Olivenoel langsam vor sich hinduensten lassen.
– Ungefaehr 20 Minuten –

Olivenoel. Die Zeiten, wo es reichte, Extra virgin Olivenoel aus Spanien oder Italien zu kaufen, sind vorbei. Vor der Weinprobe steht jetzt die Olivenoelprobe an. Auf dem Slow Food Nation 2008 Festival habe ich das zum ersten Mal gemacht, erst Olivenoel mit Brot gedippt und dann im fortgeschrittenenen Probierstadium Olivenoel geschluerft und die Aromen auf mich einwirken lassen. Und was bringt das? Die Ansprueche steigen. Wer einmal erfahren durfte, wie intensiv und verschieden Olivenoel wirklich schmecken kann, der kann nicht mehr zurueck. Organisiert wurde diese Olivenoelprobe vom “California Olive Oil Council”, einer Vereinigung, die Auszeichnungen an besonders wohlschmeckende Olivenoele verteilt. Mir schmeckt am besten das Oel der Olivensorte “Arbequina”: es ist intensiv fruchtig, fast scharf, laut Beschreibung erinnert der Geschmack auch an “ripe tropical fruits, apple, and fresh artichoke”. Die Preise von guten Olivenoelen erinnern an die von guten Weinen. (Auch in Kalifornien werden leider nicht die Bauern subventioniert, die besonders guten Geschmack produzieren.) Vor einiger Zeit konnte ich das Arbequina-Oel der “California Olive Ranch” in Oroville/Nordkalifornien recht preisguenstig erstehen. Da Olivenoelaromen nicht hitzefest sind, reicht es aus, das besonders gute Olivenoel fuers hinterher Hineintraeufeln einzusetzen.

Tomaten in Wuerfel schneiden und zu Zwiebel und Knoblauch in den Topf geben. Bei mittlerer Hitze koecheln lassen, bis die Tomatenwuerfel ihre Form verloren haben.
– Mindestens 20 Minuten –

Heirloom-Tomaten sind alte Tomatensorten mit so wundervollen Namen wie Aunt Ruby’s German Green, Early Girl, Brandywine Yellow, Black Krim oder Snow White Cherry. Heirloom-Tomaten, insbesondere die grossen, lassen sich nicht gut weit transportieren, weshalb es sich schon deshalb empfiehlt, sie direkt beim Biobauern oder auf dem Markt zu kaufen. Doch aufgepasst: nicht alle Heirloom-Tomaten schmecken auch so grossartig wie ihre Namen klingen, genauso wie Bio eben keine Garantie fuer guten Geschmack ist. Eine gute Quelle sind z.B. die “Happy Boy Farms” aus Watsonville. Sie haben einen Stand auf dem Biomarkt, mittwochs in der Innenstadt von Santa Cruz. Wer nur das pure Fruchtfleisch kochen moechte, kann die Tomaten vorher mit heissem Wasser blanchieren und die Haut abziehen. Natuerlich koennte man die Tomatensuppe auch am Ende puerieren oder durch ein Sieb pressen. Meiner Meinung nach ist das alles nicht noetig, die Haut der Heirloom-Tomaten ist spaetestens nach dem Kochen sehr weich und kann gut mitgegessen werden. Und ueberhaupt geht es bei diesem Rezept darum, im Handumdrehen eine besonders dicke, fruchtige Tomatensuppe auf den Tisch zu zaubern. Ich kenne ein Rezept fuer eine Tomatensuppe, die besonders duenn und ganz unglaublich aromatisch ist, doch dafuer brauche ich andere Tomaten und ungefaehr einen ganzen Tag Zeit.

Fuer diese Suppe kombiniere ich gerne dunkelrotbraune mit gelben Tomaten (vermutlich Black Krim und Brandywine Yellow). Gelbe Tomaten geben der Suppe eine feine Suesse, von meiner Seite kommen nur noch Salz und Pfeffer hinzu. Gas abdrehen, Tomatensuppe in Suppenschuesselchen fuellen und einige Tropfen von dem guten Olivenoel hineintraeufeln. Als Vorspeise servieren. Wie sich herausstellt, schmeckt dazu ein Rotwein meiner Lieblingswinzerei Ridge. Es ist eine kleine Herausforderung, einen passenden Wein fuer ein leicht suessliches Gericht zu finden, doch der 2005er Zinfandel Three Valleys/Sonoma County kommt sehr gut damit klar.

[ Slow Food Nation 2008 ]
[ California Olive Oil Council ]
[ California Olive Ranch ]
[ Heirloom tomato ]
[ Happy Boy Farms ]
[ Santa Cruz Farmers Market ]
[ Ridge Vineyards ]

This entry was published on November 2, 2008 at 7:03 pm. It’s filed under Was ich esse and tagged . Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post.

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