Am Aschermittwoch gingen in Palo Alto die Lichter aus. Genau um circa 8 Uhr morgens. Ein Flugzeug war im Nebel gegen ein Hochspannungskabel geflogen, die Wucht riss einen Teil des Hochspannungsmastes mit und ließ das Flugzeug taumelnd zur Erde stürzen. Die Szene passierte kurz nach dem Start vom Flughafen Palo Alto, das Flugzeug gehörte einem der leitenden Entwicklungsingenieure von Tesla; er saß am Steuer, neben und hinter ihm zwei weitere Mitarbeiter aus der Entwicklungsabteilung des Elektro-Sportwagenherstellers in Menlo Park.
Warum sie früh morgens bei Nebelwetter per Flugzeug aufbrechen wollten und nicht warten konnten, bis am späteren Vormittag die Sonne durchbrach, wissen wir nicht. Wir sehen aber die Schemen der klassischen Tragödie durchscheinen, wenn die Elektroauto-Avantgardisten in der schicksalhaften Begegnung mit einem Hochspannungskabel ihr Leben lassen müssen. Und sich die Sonne dabei nicht zeigt.
Und wir können den Absturz in voller Länge hören, weil in East Palo Alto ein sogenanntes ShotSpotter gun-shot detection system aufgestellt ist. Dass die Mikrophone nicht Pistolenschüsse von Vorortbanden aufnehmen, sondern all die Geräusche einer Szene, in der reiche Silicon Valley-Unternehmer mit ihrem Flugzeug auf die arme Nachbarstadt von Palo Alto hinunterfallen, ist vielleicht weniger befremdlich, als die Neuigkeit, dass sie überhaupt aufnahmebereit herumstehen. Wären die Tesla-Ingenieure bei sich zuhause abgestürzt, wäre diese Begebenheit nicht dokumentiert worden. So hören wir Propeller und Krachen und Kreischen erschreckter Menschen. Und sind erleichtert, wenn wir erfahren, dass zumindest niemand am Boden zu Schaden gekommen ist.
[Tonaufnahme des Flugzeugabsturzes am 17.2.2010]
[Palo Alto Online: Artikel vom 19.2.2010]
[San Francisco Chronicle: Artikel vom 19.2.2010]
[New York Times: Blogeintrag vom 19.2.2010]
[Tesla Motors, Inc.]
[PAO, Palo Alto Airport of Santa Clara County]
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