[ Januar 2011 – Alle Jahre wieder, z.B. Winterpause ]

Ein Mann hat besseres vor mit seinem Leben. Er ist Wetteransager bei einem Fernsehsender und wird auch als Lokalreporter eingesetzt. Die Ereignisse, über die er berichten soll, hält er für ereignislos. Sein Leben besteht aus nicht viel mehr als sarkastischen Bemerkungen. Als er wieder einmal über eines dieser Nicht-Ereignisse berichtet hat, passiert etwas Unerhörtes: er wacht morgens auf und erlebt diesen einen seiner bedeutungslos gewordenen Tage zum zweiten Mal. Und dann noch ein drittes, viertes, fünftes Mal. Es ist kein Ende abzusehen. Unerheblich, wie das Ganze möglich ist. Interessant lediglich, wie jemand damit umgeht. Durch seine Wiederholungen verliert der Tag seine Einmaligkeit, wird noch vorhersagbarer als er beim ersten Mal in seiner alltäglichen Routine eh schon war. Doch erst das stetige Wiederholen bringt den Wetteransager dazu, genauer hinzusehen. Was ist das für ein Tag? Was für Menschen treten darin auf? Was für Geschichten könnte man aus ihm, aus ihnen machen?

Wenn es keine Zukunft gibt, hat das gegenwärtige Handeln keine Konsequenzen. Am nächsten Morgen um 6 klingelt der Wecker und alles fängt wieder von vorne an. Man kann jede Menge Geld stehlen oder sich umbringen, weil man es einfach nicht mehr in diesem einen Tag aushält. Oder man kann lernen, erfolgreich eine Frau zu verführen. Hier erlaubt sich die Geschichte einen kleinen logischen Bruch, denn aus irgendwelchen Gründen kann ihr Held seine Erinnerungen in den immer wiederkehrenden neuen Tag hinüberretten. (Vielleicht springen wir auch nur vom Individuum in die Menschheitsgeschichte und sehen uns ihre Entwicklung am Beispiel eines einzelnen an.) Am Ende haben wir erlebt, wie der Wetteransager wirklich etwas Besseres aus seinem Leben gemacht hat und dafür belohnt wird.

[ Groundhog Day ]
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