[ Juli 2012 – Independence Day ]
Dessert, /dɪˈzɜːrt/, noun. A course that typically comes at the end of a meal, usually consisting of sweet food. The word comes from the French language as dessert and this from Old French desservir, “to clear the table” and “to serve.” The etymology is linked to the medieval practice of a two part meal. During the first, nobles (at a high) and servants (separate) would eat together in the same room. During the second – dessert, the noble family would retreat in separate private quarters for an intimate part of the meal without servants. The food consumed during dessert included but was not limited to sweets.[*]
Um kurz nach 8 machen wir uns auf den Weg zum Höhepunkt des Tages. Ein Feuerwerk muss am Unabhängigkeitstag einfach sein, doch die Frage ist, von wo aus man den besten Blick hat. San Francisco bietet eins der größten und (leider) auch beliebtesten. Schafft man es bis hinein in die Stadt, bleibt man bestimmt irgendwo in den Menschenmassen stecken. Schafft man es bis nach ganz vorne, kommt bestimmt Nebel auf und verschluckt den schönsten Raketenzauber. Auch fast jede Stadt im Silicon Valley organisiert ein öffentliches Feuerwerk, kleiner als in San Francisco, aber weniger menschenmassen- und nebelgefährdet. Selbst das Symphonieorchester reist jedes Jahr am 4. Juli von San Francisco nach Mountain View, um in der Open-Air-Bühne vom Shoreline-Park ein Familienkonzert zu geben. Und dieses Konzert wird mit einem Feuerwerk gekrönt. Wie sich schon vor einigen Jahren bedauerlicherweise herausstellte, hat man als zahlender Gast dieses Konzerts keinesfalls den besten Blick aufs Feuerwerk. Ja, das Konzert selbst erwies sich als weniger genussvoll als erwartet, weil zu stark vom Sponsor Disney beeinflusst, weshalb es also lohnt, direkt zur Krönung zu erscheinen und zwar auf den allerbilligsten Plätzen mitten im Park, am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Der Stevens Creek Trail führt sehr schön von den Städten in den Park hinein, macht es leicht, große Straßen zu unter- oder überqueren, und einziges Hindernis sind all die anderen Fahrradfahrer und Fußgänger, die die gleiche gute Idee hatten. Auf dem Hinweg verteilt es sich noch einigermaßen, auf dem Rückweg drängeln sich alle gleichzeitig. Der Weg ist schmal und fällt oft am Rand steil ab, vermutlich in den Stevens Creek. Manch einer denkt, andere Fahrradfahrer beim Linksüberholen noch links zu überholen sei angemessen, solange man nur laut „On your left!“ vor sich hinbrüllt. Fahrradklingeln sind hier selten. Auf dem Hinweg hatten wir noch dem Quaken der Frösche gelauscht, jetzt plagt uns ein Krampf im Fuß vom nicht-endenwollenden langsamen Vorbeilavieren an Fußgängern. Wer hier anhält, hat Mühe, sich wieder in den Strom hineinzufinden.
Ach, wie angenehm war es doch mitten im Park gewesen. Auf der Suche nach dem besten Platz hatten sich die Menschen weit verstreut. In alle Richtungen waren Feuerwerke zu sehen, winzig-kleine auf der anderen Seite der Bay, größere in Richtung Palo Alto und Redwood City, jedes verlief nach seinem eigenen Rhythmus. Und dann sah irgendetwas anders aus als ein Feuerwerk. Es war der Mond, der hinter den Bergen aufging, und erst langsam nach Mond aussah, als die Berge immer weniger von ihm verdeckten. Man konnte zugucken, wie er sich nach oben bewegte, eine riesige Leuchtkugel. Und dann, als es schon fast ein bisschen kalt wurde, ging es endlich los, das Feuerwerk im Shoreline-Park. Wie ein klassisches Musikstück bestand es aus mehreren Sätzen und jeder kam mit seinem eigenen fulminanten Schluss in rot-weiß-blau. Wie wir später erfuhren, war es am selben Abend in San Diego im Süden Kaliforniens zum kürzesten Feuerwerk aller Zeiten gekommen. Aufgrund eines technischen Defekts waren sämtliche Raketen gleichzeitig innerhalb von 15 Sekunden abgebrannt. Wie das wohl ausgesehen haben muss?