Von tiefer Trauer geprägt beginnt der Tag. Sie lässt sich nicht abschütteln. Trotz allerhöchster Anstrengungen meinerseits schafft es die Freude nicht, mich zu erreichen. Noch nicht. Ich strecke mich nach ihr aus, recke und dehne mich, möchte ihr entgegenstreben, ihr meinen Körper reichen: Mach etwas mit ihm! Zeig ihm, was möglich ist, und wie gut man sich fühlen kann! Hilf ihm heraus aus dem Sinken! Ich fühl mich alleingelassen mit dieser Traurigkeit über ein Leben, dem immer wieder etwas dazwischenkommt. Wo bist Du, Freude, warum zeigst Du Dich nicht? Ich sehne mich so nach Dir. Immer wieder wird meinem Leben etwas genommen, lass mich nicht allein mit dieser Trauer und mit dem Gedanken, dass ich es wohl eher nicht bis ans vorhergesehene Ende schaffen werde. Liebe Freude, ich könnte Dich heute gut gebrauchen, wann hast Du mir das letzte Mal Gesellschaft geleistet? Wann haben wir zwei es uns zum letzten Mal so richtig gut gehen lassen?! Du fehlst mir so sehr! Komm!
Wo bist Du, Freude?
12 Nov
This entry was published on November 12, 2023 at 10:39 am and is filed under cancer, chemo, consciousness, Freitags nur Gedichte, Sister of Sisyphos.
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