IV. Richard Serra: Ballast (2005)

Auch Ballast könnte als eine Variation von Terminal bezeichnet werden. Diese Skulptur wurde 2005 auf dem neuen Mission Bay Campus der UCSF (University of California San Francisco) aufgestellt, ist also nur ein Jahr jünger als Sequence und doch so anders. Die Stahlplatten sind flach, stehen für sich alleine und setzen sich auf Entfernung miteinander in Beziehung. Man schaut an ihnen nach oben, steht aber immer frei neben ihnen, fast von gleich zu gleich. Der Stahl erschafft keinen schützenden Raum wie bei Terminal, Charlie Brown und auch Sequence, er umarmt einen nicht, sondern was macht er? Er steht frei und ragt zum Himmel. Er schüchtert vielleicht ein bisschen ein ob der Größe, aber zieht einen auch an und nach oben. Aufrechte Haltung. Hier stehe ich und steh zu mir. Stehen die Platten eigentlich irgendwie zusammen, oder ist der Abstand zwischen ihnen zu groß? Wie groß darf er sein, bevor man sie als einzelne Figuren wahrnimmt und nicht mehr als Gruppe? Ist das in jeder Kultur und zu jeder Zeit derselbe Abstand? Wie Naturgewalten stehen sie da und erklären sich nicht. Lehnen sich sogar leicht voneinander weg. Vielleicht betrachten sie sich ja gegenseitig, so von Stahlplatte zu Stahlplatte.

[ UCSF News – Serra Sculpture Arrives at UCSF Mission Bay Campus ]

[ Ballast Bilder – Public Art and Architecture from Around the World ]

This entry was published on May 3, 2024 at 4:38 pm. It’s filed under Erinnern, Was ich sehe and tagged . Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post.

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